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Linsen im Winter!

Written by on April 5, 2018

Neben der Kälte, Regen, dicken Jacken und Heizung sind Linsen der Beweis, dass der Winter in Ägypten angekommen ist. Ich erinnere mich an Linsen nur im Winter. Da hatte meine Mutter immer Linsen im Winter für uns gekocht. Ich erinnere mich auch daran, wie unsere Famile um der Linsenteller herum saß. Ich hatte damals gedacht, dass wir Linsen nur im Winter essen würden. Im Sommer hatte uns meine Mutter auch einmal Linsen gekocht, sofort kam meine Frage: Haben wir Winter?!

Nach Gesprächen mit Freunden und Bekannten, habe ich gemerkt, dass so wie wir zu Hause fast alle Ägypter Linsen im Winter essen. Gestern war es sehr kalt, so war ich ins Lebensmittelgeschäft gegangen, um Linsen zu kaufen. Ich war nicht der einzige, sondern hinter mir war eine Schlange von Männer und Frauen!

Die Linse ist eine uralte ägyptische Kulturpflanze. Sie stammt aus der Zeit der Pharaonen, die sie als eine der ersten Volker der Erde kultiviert hatten. Sie nannten sie (Adus), woraus das heutige Wort عads entstand. Nach dem Alten Testament verkaufte Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht an seinen Bruder Jakob. Wie Jakob diese Hülsenfrüchte zubereite hat, ist leider nicht überliefert, aber man darf wohl davon ausgehen, dass es äußerst schmackhaft gewesen sein muss, wenn Esau bereit war, einen derart hohen Preis dafür zu bezahlen. Im Koran steht: Einst sagtet ihr zu Moses: “O Moses! Wir können nicht mehr immer dasselbe essen. Bete zu Gott, Er möge uns aus der Erde Bohnen, Gurken, Knoblauch, Linsen und Zwiebeln wachsen lassen! ” Sure 2. Vers 61

Ich mag Linsen sehr, im Winter als auch im Sommer. Reiche und Arme essen gern Linsen, obwohl die Armen dazu gezwungen sind, man nennt sie das Fleisch der Armen. Grade gestern habe ich erfahren, dass drei Frauen auf die Idee gekommen waren, die Linsen zu kochen und an die Arme leute auf der Strasse zu verteilen. Wie schön!

Auch die ägyptischen Soldaten und die Gefangenen in den Gefängnissen essen jeden Tag Linsen, das habe ich -Gott sei Dank- nur gehört und nicht erlebt!

 

geschrieben von Mohammed Shehata


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